Prädikat: Schrottreif! - Verpfuschte Häuser
01.02.2010
Sandra und Frank aus Weiskirchen leben seit drei Jahren mit der Angst, dass das Obergeschoss ihres Einfamilienhauses einstürzen könnte. Die Bürokauffrau und der IT-Systemkaufmann leben auf gerade mal 60 Quadratmetern. Als Tochter Lea geboren wurde, beauftragten sie eine Firma mit der Aufstockung ihres Hauses. 2006 begann die Baufirma mit den Arbeiten. Doch nach einigen Wochen ließen sich die Bauarbeiter plötzlich nicht mehr blicken. Der Bauherr beauftragte einen Gutachter, der erhebliche Baumängel feststellte. Er warnte sogar vor einem Einsturz des Obergeschosses. Die Baufirma hatte die Aufstockung ohne statische Berechnungen vorgenommen. Der Schaden beläuft sich auf fast 100.000 Euro. Ob überhaupt saniert werden kann, ist unklar. Bewohnbar ist das Obergeschoss nicht.
Liane und Andreas kauften 1971 ein Doppelhaus in Grimma. Mit viel Eigeninitiative sanierten sie es für rund 200.000 Euro. 1999 erneuerte die Stadt die Straße vor dem Haus. Seitdem gibt es massive Wasserschäden am Gebäude. Das Haus wird ständig von Grundwasser unterspült, ist nass, verschimmelt und verrottet. Die Familie kann nicht ausziehen, da sie kein Geld hat. Das Untergeschoss ist mit Schimmelpilzen befallen, das Erdgeschoss mit Hausschwamm verseucht, die Möbel zerfallen bereits. Überall herrscht ein modriger Geruch. Das Ehepaar ist am Ende. Beide leiden unter Asthma, Hautkrankheiten und Allergien. Der Landkreis als Eigentümer der Straße zahlt keine Entschädigung, deshalb hat die Familie Klage eingereicht. Doch das Beweissicherungsverfahren und der Prozess ziehen sich hin - seit acht Jahren.
Für diesen Film begleitete das 6w-Team die Bauherren mehrere Monate in Zusammenarbeit mit Magma TV aus Hürth.
Ausgestraht wird "Prädikat: Schrottreif! - Verpfuschte Häuser" am 02.02.2010 um 22:15 auf Vox.
Zur News-Übersicht